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Dur-Dreiklänge auf dem Klavier (Teil 2)

In Teil 1 habe ich die sieben Dur-Dreiklänge erklärt, deren Grundtöne auf weißen Tasten liegen. Es fehlen noch die fünf Akkorde, die sich auf den Grundtönen der fünf schwarzen Tasten aufbauen, z.B. der schwarzen Taste zwischen F und G. Genauso wie dieser Ton Fis oder Ges heißen kann (je nach dem, ob man ihn als erhöhtes F oder abgesenktes G betrachtet), heißt der gesuchte Dreiklang Fis-Dur oder Ges-Dur. Für den Klang macht die Bezeichnung keinen Unterschied!

Foto 1

Geht man für den Moment einmal von Fis-Dur aus, so lässt sich der Akkord in zwei Schritten bilden: man sucht sich statt Fis-Dur erst einmal den F-Dur-Dreiklang. Dieser besteht, wie in Teil 1 erklärt, aus den Tönen F, A und C. Einen Fis-Dur-Dreiklang erhält man nun, in dem man jeden Ton mit einem Kreuz (#) versieht, und dementsprechend um einen Halbton nach oben auf die nächsthöhere schwarze Taste versetzt – es ergeben sich also die Töne Fis, Ais und Cis.

Foto 2

(gleiche Tasten wie bei Fis-Dur)

Zum gleichen Ergebnis hinsichtlich der gedrückten Tasten und der klingenden Töne kommt man, wenn man Ges-Dur bildet, und dazu den G-Dur-Dreiklang nach unten verschiebt: aus G, H und D (G-Dur) werden Ges, B, und Des. Diese drei Töne sind klanglich identisch mit den Tönen Fis, Ais und Cis des Fis-Dur-Dreiklangs – der Unterscheid liegt wie gesagt allein in der Bezeichnung.

FIs-Dur / Ges-Dur:

Für die restlichen vier Dreiklänge mit Grundtönen auf einer schwarzen Taste werde ich so verfahren, dass ich sie wie bei Ges-Dur nach unten verschiebe. Man erhält damit:

  • Für den Des-Dur-Dreiklang die Töne Des, F, As (abwärts geschobener D-Dur-Dreiklang)
  • Für den Es-Dur-Dreiklang die Töne Es, G, B (abwärts geschobener E-Dur-Dreiklang)
  • Für den As-Dur-Dreiklang die Töne As, C, Es (abwärts geschobener A-Dur-Dreiklang)
  • Für den B-Dur-Dreiklang die Töne B, D, F (abwärts geschobener H-Dur-Dreiklang)

Bei diesen Verschiebungen gelten folgende Regeln:

  • aus weißen Tasten werden schwarze Tasten (aus den weißen Tasten D und A von D-Dur werden Des und As bei Des-Dur)
  • aus schwarzen Tasten werden weiße Tasten (aus dem Fis von D-Dur wird ein F bei Des-Dur)
  • Tönen ohne Vorzeichen wird ein b als Vorzeichen hinzugefügt (Aus A wird As, aus E wird Es)
  • Töne mit Kreuzen werden Töne ohne Vorzeichen (aus Fis wird F)
  • Liegt der Grundton auf einer schwarzen Taste, so liegt der oberste Dreiklangston (Quinte) auch auf einer schwarzen Taste – AUSNAHME: B-Dur, wo der obere Dreiklangston auf einer weißen Taste liegt (vergleiche H-Dur, wo umgekehrt der Grundton H auf einer weißen, und die Quinte Fis auf einer schwarzen Taste liegt)

Schreibweisen dieser Dreiklänge

Die übliche Schreibweise für die eben behandelten Akkorde ist wieder durch englische Notenausgaben und das Internet geprägt. Im Englischen werden statt der deutschen Nachsilben -is und -es die Vorzeichen # und b verwendet. Damit ergeben sich folgende Akkordsymbole:

  • Des-Dur = Db (gleich klingend wie Cis-Dur = C#)
  • Es-Dur = Eb (gleich klingend wie Dis-Dur = D#)
  • Ges-Dur = Gb (gleich klingend wie Fis-Dur = F#)
  • As-Dur = Ab (gleich klingend wie Gis-Dur = G#)
  • B-Dur = Bb (gleich klingend wie Ais-Dur = A#)

Eine Besonderheit ist dabei wieder der B-Dur-Dreiklang – Achtung, hohe Verwechslungsgefahr! Wie am Ende von Teil 1 erklärt, wird der H-Dur-Dreiklang im englischen mit „B“ bezeichnet: die Tonbezeichnung „H“ ist eine deutsche Erfindung und international so nicht gebräuchlich. Der deutsche Ton B entspricht dem englischen Bb, und damit wird auch der (deutsche!) B-Dur-Dreiklang mit Bb abgekürzt.

In Teil 3 zu den Dur-Dreiklängen werde ich zusammenfassend alle 12 Akkorde noch einmal in Notenschrift vorstellen!