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Dur-Dreiklänge auf dem Klavier (Teil 1)

(Benötigte Vorkenntnisse: die Tonnamen der weißen und schwarzen Tasten auf dem Klavier. Bei Bedarf hier schnell nachschauen)

Popsongs schnell mal am Klavier begleiteten – das geht, wenn man weiß, wie man Dreiklänge bildet! Besonders wichtig sind dabei die Dur-Dreiklänge. Egal, ob gekaufte Noten oder per Suchmaschine gefundene Akkordfolgen aus dem Internet, Dur-Dreiklänge werden immer mit einem Großbuchstaben abgekürzt. „C“ steht für C-Dur, „D“ für D-Dur, und so weiter. Wie aber bildet man diese Dreiklänge genau?

Schnell gefunden ist der Dur-Dreiklang C. Hierzu legt man den Daumen der rechten Hand auf das mittlere C am Klavier, und die restlichen Finger auf die benachbarten weißen Tasten, so dass auf jeder der nächsthöheren Tasten ein Finger liegt. Der Mittelfinger sollte jetzt auf dem E, und der kleine Finger auf der G-Taste liegen. Schlägt man nun gleichzeitig die drei Töne C, E und G an, so spielt man einen C-Dur-Dreiklang. Das klingt dann so:

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Man kann erkennen, dass bei diesem Dreiklang immer eine weiße Taste ausgelassen wurde: die Töne D und F, die sich zwischen den anderen Tönen des Dreiklangs befinden, werden nicht gespielt. Dieses „Auslassen“ nennt man in der Sprache der Musiktheorie Terzschichtung. Den Abstand (auch Intervall genanntzwischen den unteren beiden Tönen des Dreiklangs, also C und E, nennt man Terz – „Terz“ steht für die Zahl drei, und der Abstand zwischen C und E umfasst tatsächlich die drei weißen Tasten C, D und E. Ebenso handelt es sich bei dem Abstand der oberen beiden Dreiklangstöne E und G um eine Terz: das Intervall umfasst die Tasten E, F und G – also wieder drei! Weil sich unser Dreiklang damit aus zwei Terzen zusammensetzt – der Terz zwischen C und E, sowie jener zwischen E und G – redet man hier von Terzschichtung.

Dieses Prinzip der Terzschichtung lässt sich auf alle Dur-Dreiklänge anwenden. Am einfachsten funktioniert das bei F und G. Diese Dreiklänge bildet man auf die gleiche Art wie C: der Daumen der rechten Hand geht auf den Grundton des Akkords, also den Ton, welcher den Dreiklang benennt. Bei F-Dur wäre das der Ton F, bei G-Dur dann das G. Jetzt werden wieder Terzen geschichtet – Mittelfinger und kleiner Finger gehen auf die jeweils übernächste weiße Taste. Die Töne F, A und C bilden damit den F-Dur-Dreiklang, und die Töne G, H und D den G-Dur-Dreiklang.

F-Dur:

G-Dur:

Leider funktioniert dies nicht für alle anderen Dur-Dreiklänge gleich – jedenfalls nicht ganz gleich! Legt man den Daumen zum Beispiel auf den Ton D und schichtet auf die bekannte Art Terzen, erhält man auch einen Dreiklang: er besteht aus den Tönen D, F und A. Allerdings klingt er anders als die drei vorherigen Dreiklänge – es handelt sich nämlich hier um einen Moll-Dreiklang, und der klingt so:

Dieser D-Moll-Dreiklang lässt sich aber ganz einfach zu Dur ändern: der mittlere Ton F muss „nach oben geschoben“ werden auf die schwarze Taste Fis. Der D-Dur-Dreiklang besteht also aus den Tönen D, Fis und A – klingt dann so:

Auf die gleiche Art funktionieren die E-Dur und A-Dur: man schichtet zunächst vom jeweiligen Grundton aus Terzen und legt die Finger auf die entsprechenden weißen Taten – und dann erhöht man den mittleren Ton auf die nächsthöhere schwarze Taste. Man erhalt dann für den E-Dur-Dreiklang die Töne E, Gis und H. Für A-Dur ergibt sich entsprechend A, Cis und E.

E-Dur: 

A-Dur: 

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Warum genau ist es nun so, dass die Dur-Dreiklänge D, E und A je eine schwarze Taste enthalten – aber C, F und G nicht? Der Grund liegt in der darin, dass bei genauerem Hinsehen die Terzen, die man mit weißen Tasten bilden kann, unterschiedlich groß sind. Betrachtet man einmal die Terz zwischen C und E, so kann man erkennen, dass sich zwischen den beiden Tönen zwei schwarze Tasten befinden (zwischen C und D, sowie D und E). Bei der Terz zwischen D und F befindet sich dagegen nur eine schwarze Taste: die zwischen D und E – dagegen liegen die weißen Tasten E und F direkt nebeneinander, ohne schwarze Taste dazwischen. Der Tonabstand zwischen C und E ist also größer als der zwischen D und F. Man spricht davon, dass zwischen C und E eine große Terz liegt, und zwischen D und F eine kleine Terz.

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Alle Dur-Dreiklänge haben gemeinsam, dass die unteren zwei Töne als Intervall eine große Terz bilden. Im Fall der Dur-Dreiklänge C, F und G ergibt sich diese große Terz schon mit Hilfe der weißen Tasten. Bei D, E und A hingegen liefern einem die weißen Tasten für den Abstand der unteren beiden Dreiklangstöne eine kleine Terz. Die für den Dur-Dreiklang benötigte große Terz erhält man, in dem man den mittleren Dreiklangston auf die nächsthöhere schwarze Taste verschiebt.

Wir kennen jetzt also sechs Dur-Dreiklänge, deren Grundton auf weißen Tasten liegt: C, D, E, F, G und A. Es fehlt noch der Dreiklang, der auf der letzten weißen Taste aufbaut, nämlich H-Dur:

Dieser Dreiklang ist etwas schwieriger zu verstehen als die bisherigen – er besteht nämlich aus den Tönen H, Dis und Fis und wird auf dem Klavier folglich mit zwei schwarze Tasten gespielt. Warum?

Schichtet man über dem Grundton H Terzen mit weißen Tasten, würden sich zunächst einmal die Töne D und F als weitere Akkordtöne ergeben. Für den mittleren Ton D gilt, dass sein Abstand zum Grundton H nur eine kleine Terz beträgt – genaue wie bei D-, E-, und A-Dur muss hier die nächsthöhere schwarze Taste gespielt werden – also der Ton Dis.

Mit dem oberen F gibt es ein ähnliches Problem: er muss zum Fis erhöht werden, da der Abstand zum Grundton H ebenfalls zu klein wäre. Was bei den anderen Dreiklängen noch keiner weiteren Erörterung bedurfte, muss hier leider sein: der Abstand zwischen dem Grundton (dem untersten Ton des Dreiklangs) und dem obersten Dreiklang muss bei einem Dur-Dreiklang ein bestimmtes Intervall sein – die reine Quinte. Die Quinte steht für das Zahlwort fünf, und tatsächlich umfassen bei den bisher behandelten Dreiklängen der oberste und der unterste Ton genau fünf weiße Tasten. Im Fall von H und F ist das ebenfalls so; allerdings ist das Intervall für eine reine Quinte zu klein geraten, und wenn man H und F mal zusammen anschlägt klingt es auch so – nicht ganz sauber:

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Man spricht bei dem Intervall zwischen H und F von einer verminderten Quinte. Schöner klingt’s, wenn man statt F ein Fis spielt: nun klingt eine reine Quinte, und diese reine Quinte braucht man für den Dur-Dreiklang.

Und der H-Dur-Dreiklang hat noch eine weitere Besonderheit: er wird in englischen Notenausgaben und im Internet meist auch mit der Bezeichnung „B“ abgekürzt. Das liegt daran, dass der deutsche Ton H in der angloamerikanischen Schreibweise „B“ heißt. Das deutsche B heißt in England und den USA „Bb“. Also aufpassen, wenn vom Akkord „B“ die Rede ist – in der Regel ist damit ein H-Dur-Dreiklang gemeint.

Das waren die sieben Dur-Dreiklänge, deren Grundtöne auf weißen Tasten liegen – in Teil 2 folgen dann die restlichen fünf Dur-Dreiklange, wo die Grundtöne dann auf schwarzen Tasten liegen!